Die Kirchenmaus Rosemarie

Vor vielen hundert Jahren, als die Marienkirche noch ganz neu war, wuchs neben ihr ein großer Rosenstock. So lange er blühte, glaubten die Lübecker Bürger, werde ihre Stadt frei bleiben. Eines Morgens aber war der Rosenstock welk und verdorrt. Eine Maus, so hieß es, habe ein Nest an seine Wurzel gelegt.

Bald darauf musste sich Lübeck den Dänen ergeben. Als die Stadt wieder frei war, ließ der Rat der Stadt die Maus hinter dem Chor in Stein hauen - als Mahnung, dass aus kleinem Übel über Nacht großes Unglück entstehen könne.

Doch die Lübecker und ihre Gäste schlossen die kleine Kirchenmaus über die Jahrhunderte in ihr Herz. Sie nannten sie Rosemarie, und wer ihr steinernes Abbild berührt, dem bringt das Glück. So sagt man jedenfalls.

von ArchaeoAir

Wenn in der Marienkirche ein Familiengottesdienst gefeiert wird, dann tritt die kleine, freche Kirchenmaus sogar zusammen mit dem Pastor auf die Kanzel und spricht zur Gemeinde.