Programm

Lange Bibelerzählnacht in St. Marien mit Jochem Westhof und Jana Raile

LÜBECK.  Am Sonnabend, 10. Juni 2017 lädt die Kirchengemeinde St. Marien zur langen Bibelerzählnacht. „Von Anfang an und immer noch“ steht über dem besonderen Abend in der Lübecker Marienkirche. Von 21 bis 24 Uhr erzählen Jochem Westhof und Jana Raile die Urgeschichte aus der Bibel. Es gibt Brot und Wein. Das Orbis Duo macht Musik. Der Eintritt ist frei.

Die Marienkirche wird an diesem Abend in ein besonderes Licht getaucht sein, so dass ungewohnte und berührende Begegnungen mit dem Raum ermöglicht werden. Die Urgeschichte wird in Teilen immer an anderen Orten in St. Marien erzählt. Jedes Mal wird eine besondere Raumumgebung erzeugt, die die Geschichte unterstützt. Die Musik führt die Geschichten weiter und interpretiert sie auf ihre Weise. „Ein einmaliges Hörerlebnis – die Kirche als Klangraum“, freut sich Marienpastorin Annegret Wegner-Braun auf die lange Bibelerzählnacht.

Sie steht in der Reihe „Erzählen am Zehnten“, mit der die Kirchengemeinde St. Marien im Jahr des Reformationsjubiläums die Bibel neu in den Blick nimmt. Einmal im Monat werden Geschichten aus der Bibel erzählt. Mit Jochem Westhof hat die Mariengemeinde einen der bekanntesten Bibelerzähler Deutschlands für die Reihe engagiert. Noch bis Oktober 2017 kommt er zusammen mit einem weiteren Erzähler immer am 10. eines Monats nach Lübeck.

„Erzählen ist die älteste Kunst, eine Geschichte zu präsentieren“, so Wegner-Braun. Ohne Puppen und Schauspiel, ohne Bilder oder Film – nur mit dem Wort. „Biblische Geschichten erzählen ist ein jahrtausendealtes Handwerk und eine besondere Mundwerk-Kunst. Die Geschichten führen hinein in fremde Welten und andere Personen.“ Das Erzählen spreche in besonderer Weise das Herz an und nicht nur den Kopf. „So landen die uralten Geschichten ganz nah bei uns, lebendig und bewegend, gefühlvoll und spannend“, sagt Annegret Wegner-Braun.

Das war auch das Ziel von Martin Luther, als er sich an die Übersetzung der Bibel ins Deutsche gemacht hat. Er wollte möglichst jedem die Inhalte der Bibel zugänglich machen. Jeder sollte das Wort Gottes lesen und verstehen können. Luther bemühte sich um eine allgemeinverständliche Sprache, die zu seiner Zeit auch gesprochen wurde. Das ist ihm gelungen, denn die gedruckte Ausgabe des sogenannten Septembertestaments aus dem Jahr 1522 fand reißenden Absatz und wurde zum Volksbuch.

Text: Ines Langhorst

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